8. Juli 2016

Galerie Gegenwart

Galerie Gegenwart 1981 – 1995

gegründet von Dazi Tyroller und Inge Schumacher in der Straubinger Enggasse 3

(seit 1987 als eingetragener Verein)

1981

  • Weibsbilder (5 Malerinnen, München)
  • Gerd Jäger (Bildhauer, Straubing/München)

1982

  • Heinz Weld (Maler/Bildhauer, München, Kollektiv Herzogstraße)
  • „Ansichten und Aussichten“ Straubinger Fotoausstellung.
    Gegenüberstellung alter und neuer Dokumentarfotos)
  • Klaus Gaffron (Maler/Fotograf, München)
  • Flipperscheiben (50er Jahre bis heute), eigene Sammlung u. Leihgaben
  • Peter Köppl (Maler und Kunsterzieher aus Passau)

1983

  • Alois Jurkowitsch/Monika Kazimirow (Österreich/Passau) Objekte
  • Beate Passow (München) Malerei auf Plastikfolie
  • Kinderbilder (2 Sammlungen: Münchner Kinderforum van de Loo und Montessori-Schule, München)
  • Volksfestbilder (Schaubudenmalerei fotografiert von Herbert Schieffer, München)
  • „Sie nennen es Frieden“ (Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik, München)
  • Wilhelm Holderied (Maler/Bildhauer, München)
  • Gabi Gooß (Rottweil) Tanzperformance

1984

  • Thomas Meissner (Bildhauerei/Fotografie, München)
  • Monika Huber (Malerin, Dingolfing/München)
  • Jeremias Meier (Bildhauer, Straubing)
  • Heinz Braun (Maler/Filmdarsteller, Germering)
  • Maria Buchner (Straubing)
  • Helma Lichtinger (Malerin/Bildhauerin, Straubing/München)
  • Ilse Teipelke (Rottweil)
  • Eva Gleifenstein (Bildhauerin München)

1985

  • „Amateurfotografie als Volkskunst“ (50 Teilnehmer aus Straubing)
  • Straubinger Fotografen (7 Semi-professionelle Fotografen, Straubing)
  • Klaus Gaffron (Straubing/München): Kunst als Fotografie
  • Heinz Schießl (Malerei, Straubíng)

1986

  • A`Wahed-Askar (Regisseur, München) : „Das wahrhaftige Wort des klugen Bauern aus dem Tal des Großen Flusses“ Filmvorführung
  • Isolde Wittke (Malerin, Straubing/Berlin)
  • J.L. Krancher (Regensburg): „Die Blumen des Bösen“
  • Gabi Gooß: „Verstreute Tänze“ Tanzperformance
  • Ilse Baumgart (Malerin, München)
  • Gerhart Ammann (Bildhauer, München) „Nichtfliegende Steine“
  • Wanderungen I, große Sommerausstellung
  • Gruppe „frisch gestrichen“ (Malergruppe, Nürnberg)
  • Lilith Lichtenberg (München)
  • Fünfjähriges Jubiläum der Galerie Gegenwart

1987

Vereinsgründung „Galerie Gegenwart e. V.“

  • „Essen Künstler Kunst“, Fest zur Vereinsgründung
  • Christa Wolf, Lesung: „Störfall“
  • Silke Hoffmann (Malerin, München)
  • Jeremias Meier (Bildhauer, Straubing)
  • Barbara Proksch (Malerin, München)
  • „Wanderungen II “ Gruppenausstellung im Alten Schlachthof, mit Akademieklassen der Kunstakademie München Niederlassung in Straubing („Independence“)
  • Ilse Teipelke: „Der Berg“ (Klangperformance von der Documenta 8,1987)
  • Franz und Erika Lankes (Maler/Bildhauerin, Straubing/Rosenheim)
  • Peter Brey (Regensburg): Winter in Deutschland

1988

  • Gruppenausstellung Regensburger Künstler: „Warum Vögel fliegen“
  • Conny Steininger (Malerin, Straubing)
  • Pia Mühlbauer (Malerin, Arnschwang)
  • „Wanderungen III “ Gruppenausstellung im Alten Schlachthof, mit Konzertreihe
  • Heinz Weld (Maler, München)

1989

  • Clemens Zinober (Bildhauer, Pfarrkirchen))
  • Jörg Bachhofer (München)
  • Wolfgang Herzer(München)
  • „Wanderungen IV “ Gruppenausstellung im Alten Schlachthof
  • Toni Kirchmair(Landshut)
  • Ivan Fodaro(Rom)

1990

  • Barbara Proksch(Straubing)
  • „Wanderungen IV“ Gruppenausstellung im Alten Schlachthof

Aufgabe der Räumlichkeiten in der Engasse

Ausweitung der Ausstellungsreihe „Wanderungen“ zum Kunst- und Kultursommerprogramm in den Räumlichkeiten des Alten Schlachthof, Straubing, mit Ausstellungen, Konzerten… usw.

1991

  • „Wanderungen V“ Kunst- und Kultursommerprogramm im Alten Schlachthof

1992

  • „Wanderungen VI“ Kunst- und Kultursommerprogramm im Alten Schlachthof

1993

  • „Wanderungen VII“ Kunst- und Kultursommerprogramm im Alten Schlachthof

1994

  • „Wanderungen VIII“ Kunst- und Kultursommerprogramm im Alten Schlachthof

Dokumente:

„Im Herbst 1981 haben wir die Galerie in der Enggasse eröffnet … [Die Vielfalt der Themen und der ausgestellten Künstler] hat ihren roten Faden, ihre innere Einheit in unserer Auswahl, eine Auswahl, die getroffen wird aus dem Spektrum unserer kulturellen Erfahrungen zwischen Provinz und Großstadt. … Die gesellschaftspolitischen Probleme der letzten Jahre existieren auf dem Lande genauso wie in der Stadt. Die Unterschiedlichkeit ihres kulturellen Ausdrucks sollte nicht länger zu gegenseitigem Unverständnis führen, sondern sich gegenseitig befruchten… Dies ist ein Ziel unseres Galerieprogrammes.“  (aus dem Galeriekonzept)

Seit 1987 gab es die „Galerie Gegenwart“dann  in der Form eines Kunst- und Kulturvereins „Galerie Gegenwart e.V.“:

„Ziele des Vereins: — die Arbeit der Galerie Gegenwart weiterführen, — junge bzw. unbekannte Künstler fördern,      –unabhängig von privaten Interessen oder verwalteter Kultur das Interesse an zeitgenössischen Kunsttendenzen wecken, — das Verständnis für die Zusammenhänge von Kunst, Kultur und Gesellschaft verbessern,                                  — die Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum fördern.“

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Weibsbilder (1981)

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„Hier locken nicht fünf Weiber, die die Phantasie der Männer versinnbildlichen – deren Schönheitsidealen wird ein kräftiger, farbtropfender Pinselstrich durch die Rechnung gemacht – wir zeigen vielmehr die Entstehung eines Bildes mit malenden und eingemalten Frauen, die sich eher gegenseitig verlocken – eben wie es uns gefällt – im Augenblick des Malprozesses.“

Lisa Endriß, Lilith Lichtenberg, Sara Rogenhofer-Reuter, Alrun Prünster-Soares, Ursula Strauch-Sachs

 

 

„Ansichten und Aussichten“ Straubinger Fotoausstellung. (1982)

 

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„Jeder liebt den Reiz alter Ansichtskarten und Fotografien, die uns mit einem Hauch von Nostalgie ein wehmütiges Bild der „guten alten Zeit“ vermitteln. Fotos können aber auch die Wahrnehmung aktivieren und Hilfen für die Bewältigung der Gegenwart geben. So dienen auch die Fotos dieser Gegenüberstellung nicht zur Dekoration, sondern zur Dokumentation. Sie geben Zeugnis von einer Veränderung unserer Umwelt, die nicht nur als historischer Entwicklungsprozess gesehen werden darf, sondern auch Anlass zu kritischer Erkenntnis und kreativer Aktivität werden sollte.“ Inge Schumacher – Tyroller

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Volksfestbilder – Schaubudenmalerei fotografiert von Herbert Schieffer, München (1983)

 

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„Während jetzt in Straubing das Gäubodenfest gefeiert wird , erinnert die Straubinger “Galerie Gegenwart „ in der Enggasse mit einer Ausstellung daran, wie sich das Erscheinungsbild der Volksfeste gewandelt hat. …Farbaufnahmen der Münchner Fotografen Herbert Schieffer [werden] gezeigt, der systematisch die „Jahrmarktskunst“ dokumentiert hat. lb – Mittelbayrische Zeitung 17.08.1983

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Heinz Braun (1984)

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Jeremias Meier (1984)

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Helma Lichtinger (1984)

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„…Helma Lichtinger, die auf den grossen braunen Bögen Menschen oftmals psychisch demaskiert, allerdings ohne sie blosszustellen.

… dort wo der Standort der Künstlerin ist, da ist der geistiger Freiraum, der konsequent genutzt wird. Das Gefängnis ist draussen, im Hof und überhaupt ausserhalb um die Künstlerin herum: Es ist die ebenso oft wie nutzlos verdammte Intoleranz einer Gesellschaft, die zwar ein Herz für Autos, aber nicht für Kinder hat. …“ Bernd Hielscher, Straubinger Tagblatt 01.10.1984

 

Ilse Baumgart (1986)

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„Die Bilder und Zeichnungen der Münchner Malerin Ilse Baumgart (ehm. Schülerin von Prof. Oberberger an der Münchner Kunstakademie) zeigen eine radikale Erotik, eine absolut ehrliche Körpersprache. Offenheit und Eindeutigkeit, die sich nicht nur in bezug zur Realität, sondern auch in der Wahl der Farben und der Sicherheit der Formen mitteilt, steckt die èberzeugungskraft und der durchweg eigenständige Stil dieser Künstlerin.“ Inge Schumacher Tyoller, 1986

 

Lilith Lichtenberg (1986)

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Heinz Weld (1988)

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„Um uns herum befindet sich alles in Veränderung – aus einer gewissen kulturellen Trägheit heraus hinkt das allgemeine Leben immer hinter der Gegenwart her, den Ist- Zustand einzuholen . Der Künstler reflektiert eigentlich das, was heute passiert und schon sichtbar ist. Er ist als insofern voraus, als die öffentliche Rezeption hintenach ist. Mit seinen Mittlen schafft er ein Bild dieses bereits sichtbaren Unbekannten und findet den Ausdruck dafür. Durch seine individuelle Brillehindurch stellt er etwas allgemein Verbindliches dar, giesst, was atmosphärisch vorhanden ist, in bildnerische Schriftzeichen um.“ Heinz Weld

Galerie Gegenwart im Alten Schlachthof, Straubing (1988):

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„Der Alte Schlachthof, der zum großen Teil unter Denkmalschutz steht,…[ist] aufgrund seiner besonderen kunsthistorischen Architektur … für die kulturelle Identifikation [der] Bürger und … als Kulturzentrum im Herzen der Stadt ein unverzichtbarer Raum. Im Gesamtbild der Stadt hat der Alte Schlachthof eine einzigartige Rolle als Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kreativität … [und wird] von verschiedenen Seiten für zeitgenössische Kunst und Kultur genutzt. … die Dependance der Kunstakademie München mit Seminarbetrieb, Ausstellungen und Kunstveranstaltungen, der Kunst- und Kulturverein Galerie Gegenwart mit jährlichen Kunstausstellungen, Konzerten, Lesungen usw… [und] die Straubinger Konzertfreunde mit dem jährlichen Wochenende für zeitgenössische Musik haben dafür gesorgt, daß der Alte Schlachthof im Bewusstsein der Straubinger und weit über die Stadt hinaus als Zentrum für zeitgenössische Kunst und moderne Kultur bekannt geworden ist.“ Inge Schumacher Tyroller

 

Ausstellungsreihe „Wanderungen“ (1986 – 1993) und Kunst und Kultursommer im Alten Schlachthof, Straubing:

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„ …[Der Name] „Wanderungen“ hat sich ebenso wie der des Vereins „Galerie Gegenwart“ in den letzten Jahren nicht bloß dem Straubinger Publikum eingeprägt. Seit 1986 gibt es diese Ausstellungsreihe …[und sie ist] mit Ausstellung, Konzerten und Veranstaltungen im Laufe der Jahre immer aufwendiger geworden. „Wanderungen“ das hat nichts zu tun mit Volkswandertag mit Trimm-Dich-Programmen. Diese „Wanderungen“ nehmen ihren symbolischen Weg durch die Strahlungsfelder der Kunstwerke und ihren direkten Weg durch die ehemaligen Kühlhallen des alten Schlachthofes. …14 freischaffende Künstler/innen und Student/innen aus Straubing und Niederbayern zeigen ihre Werke in der kühlen Kachelatmosphäre der Schlachthofhallen, deren graue Betonböden und weisse Kachelwände nun durch neue Fenster beleuchtet werden. Der Katakomben Charakter der früher fensterlosen Räume ist einer lichten großzügigen Werkstattstimmung gewichen. Plastiken, Bilder, Objekte und Rauminstallationen bestimmen nun bie Atmosphäre, die zu neugierigem Wahrnehmen und kreativen Mitdenken auffordert. …“

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